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	<title>Martok&#039;s Place &#187; Politik und Philosophie</title>
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		<title>Google Minus</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 19:21:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Real Life]]></category>
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		<description><![CDATA[Das wars. Heute schlag 23:59:59 (oder nah dran) wird mein Google+-Account sein Ende finden, und ich werde mal testen ob man den so rückstandsfrei entfernen kann, wie es das Control Panel glauben lässt. Hier möchte ich ein Fazit ziehen. Was ist Google+? Laut Eigenaussage sollte Google+ mal ein soziales Netzwerk werden. Nach den&#8230; wenig erfolgreichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das wars.</p>
<p>Heute schlag 23:59:59 (oder nah dran) wird mein Google+-Account sein Ende finden, und ich werde mal testen ob man den so rückstandsfrei entfernen kann, wie es das Control Panel glauben lässt.<br />
Hier möchte ich ein Fazit ziehen.</p>
<p><span id="more-613"></span></p>
<p><strong>Was ist Google+?</strong><br />
Laut Eigenaussage sollte Google+ mal ein soziales Netzwerk werden. Nach den&#8230; wenig erfolgreichen Orkut und Buzz wollte Google mal alles richtig machen.<br />
In wirklichkeit ist es Twitter ohne Zeichenbegrenzung. Dazu gibt es ein paar nette Spielereien: Huddles und Hangouts <span style="color:#777">(und seit dieser Woche Spiele-Apps wie bei der Fratzenkladde)</span>. Ersteres ist ein Multi-User-Chat mit direkter Integration von Mobilgeräten, SMS und Webclients; letzteres sind Videochats mit bis zu 10 Personen gleichzeitig. Da geht das Problem schon los: wenn ich einen Chat will, hab ich dafür Skype oder IRC. Und Videokonferenzen fällt eh aus, nicht jeder hat 100MBit.</p>
<p><strong>Plus</strong><br />
Damit bleibt nur der Twitter-Part: asynchrone Beziehungen und ein einfach benutzbarer Stream sind ziemlich praktisch und haben recht hohen Share-Faktor.</p>
<p>Außerdem lange dabei gehalten hat mich <a href="https://plus.google.com/117024231055768477646">Isotopp</a>, der seinen <a href="https://twitter.com/isotopp">Twitter-Account</a> eingestampft hat. Im Endeffekt sind er und Notch (der aber noch twittert; auf G+ gibts nur immer mal nette Screenshots vom Adventure Update) das einzige, was mich einmal am Tag reinschauen lässt.</p>
<p><strong>Minus</strong><br />
Google+ mit seinen Kreisen wäre eine unglaublich gute Plattform für Wave gewesen: Schnell mal einen Kreis zum Brainstorming auf eine gemeinsame Plattform werfen. Selbst wenns nicht mehr läuft, wäre das für Google wohl kein Akt gewesen, schnell mal eine Wave-Instanz aufzusetzen. Naja, die wollten ja nicht. (Ja, ich hatte eine Suggestion eingereicht.)</p>
<p>Dann ist das ganze furchtbar langsam. Ich mein, nicht so langsam wie das verajaxte Twitter, aber wie auch bei Hangouts merkt man, dass es für 16MBit mit maximaler Latenz in der Größenordnung von 30ms ausgelegt wurde.</p>
<p>Das größte Problem ist aber ein anderes: die Realnamens-Policy von Google. Da drüber haben nun wirklich schon alle alles gesagt haben, verlinke ich hier nur auf <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-08/googleplus-name-pseudonym/komplettansicht">Kai Biermann in der Zeit</a>.</p>
<p>Um meine Meinung auf den Punkt zu bringen:</p>
<p><span style="color:#777">(fast)</span> Niemand, der meinen echten Namen kennt ist auf Google+. Von niemandem, der auf Google+ ist, will ich dass sie meinen Realname kennen (oder jedenfalls nutzt es ihnen nichts). Wer von mir etwas digitales will (Forenmember)/wollen könnte (Piraten) kennt mich unter Martok. Ich will nicht, dass mir eine Digitale Entität sagt, wie ich heiße. Ich will denen sagen, wie ich auftreten will.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
G+ hat für mich weniger Nutzen als Nerv.</p>
<p>Das tu ich mir nicht an. Wenn ich Nerv will, baue ich mir ein Linux.</p>
<p>But that&#8217;s another story for another time.</p>
<p><strong>PS</strong>:<br />
Wenn jemand noch rein will, z.B. um selbst auszutreten: <a href="https://plus.google.com/_/notifications/ngemlink?path=%2F%3Fgpinv%3DT4oNBFmdWQU%3Ad_cGifzNFCA">Invite</a>. Geht vermutlich nicht mehr wenn ich weg bin <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Silent Lucidity III: Eigenbau</title>
		<link>http://www.martoks-place.de/2011/06/silent-lucidity-iii-eigenbau/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 17:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Lucid Dreams]]></category>
		<category><![CDATA[lucidity]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Willkommen zurück zu Teil 3 meiner Klartraum-Trilogie. Wer bis hierhin noch dabei ist, wartet vermutlich genau auf diesen Teil: nämlich meine (hier jedenfalls) vielbeworbene Eigenbau-Methodensammlung. Dazu werde ich teilweise etwas weiter ausholen müssen. Ich bitte also um Nachsicht, wenn das hier nicht so direkt eine Anleitung als vielmehr eine allgemeine Betrachtung wird. Zunächst die grundlegende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Willkommen zurück zu Teil 3 meiner Klartraum-Trilogie. Wer bis hierhin noch dabei ist, wartet vermutlich genau auf diesen Teil: nämlich meine (hier jedenfalls) vielbeworbene Eigenbau-Methodensammlung.<br />
Dazu werde ich teilweise etwas weiter ausholen müssen. Ich bitte also um Nachsicht, wenn das hier nicht so direkt eine Anleitung als vielmehr eine allgemeine Betrachtung wird.</p>
<p>Zunächst die grundlegende Prämisse:</p>
<blockquote><p>Träume sind die beste Grafikengine der Welt.</p></blockquote>
<p>Alles weitere basiert ziemlich exakt auf der Art und Weise, wie man aus einem Konglomerat aus Shadern etwas macht, das man gern spielt. Spieleentwickler haben&#8217;s also einfacher, und da das nicht die einzige Anleihe aus der Digitalwelt ist, vermutlich auch alle anderen Computer-Geeks.</p>
<p><span id="more-591"></span></p>
<h4>make &#038;&#038; make install</h4>
<p>Bevor man aber das kann, muss man zuerst feststellen, <em>dass</em> man träumt. Wie ich bereits mehrfach angedeutet hatte, macht mir besonders hier der klassische Ansatz über Dream Recall extreme Probeme. Das war zwischenzeitlich auch der Grund, keine weiteren Versuche zu unternehmen, und erst lange Zeit später hatte ich dann die entscheidende Idee.<br />
Nehmt euch einfach mal kurz Zeit, wirklich bewusst alles wahrzunehmen, was gerade um euch herum passiert. Geräusche, Gerüche, Dinge die man sieht. Dabei auch auf das achten, was nur im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peripheres_Sehen">peripheren Bereich</a> geradeso sichtbar ist. Ihr werdet feststellen, dass das eine ganze Menge ist. Wer sich ein wenig an seine Träume erinnern kann, dem wird auffallen, dass zwar ein Großteil der Sinne funktioniert, aber dabei anders, falsch oder ungenauer funktioniert.<br />
Schritt eins ist also, die Wahrnehmung im Tagesbewusstsein zu steigern und ein Gefühl für die &#8220;Bandbreite&#8221; zu bekommen, die dabei belegt wird. <span style="color: #777777">Das kann man auch sonst brauchen: soweit ich das beurteilen kann hilft das wunderbar beim Lernen.</span> Danach kann man per einfacher <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Traffic_analysis">Traffic Analysis</a> jederzeit herausfinden, ob das gerade ein Traum ist oder nicht: im Traum ist die Datenmenge viel geringer, und gerade der Teil mit dem peripheren Sehen fällt vollständig weg. Vermutlich aus praktischen Gründen, dazu gleich mehr.</p>
<p>Andere Reality-Checks benutze ich fast nicht mehr, nur noch dann, wenn ich die Simulation etwas zu gut gestaltet habe und dabei bin, mich selber von der Realität dieser zu überzeugen. Merkt man aber meistens noch rechtzeitig, um passende Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig hilft es dabei, etwas zu üben, sich auf mehrere Sachen gleichzeitig zu konzentrieren. Damit meine ich <em>wirklich</em> konzentrieren, denn es ist oft notwendig, sowohl das Mantra &#8220;ich träume&#8221; als auch Teile der Handlung bewusst zu halten und vor &#8220;Korrosionseffekten&#8221; zu schützen.</p>
<h4>Simulacron</h4>
<p>Ich erwähnte weiter oben, dass sich Träume prima als tolle Grafikengine und das ganze drumrum als ein Computerspiel vorstellen lassen. Wenn man dies tut, kann man auch im Traum selbst genauso agieren, wie man dies tun würde, wenn man ein Spiel baut oder verändert.<br />
Dabei gibt es grundsätzlich 4 Dinge zu beachten:</p>
<ol>
<li><strong>Scenes</strong> nenne ich allgemein das Setting, also die Umgebung in dem die Handlung stattfindet. Dabei gibt es 2 Untertypen: nahen und fernen Hintergrund. Dabei ist der nahe weitaus einfacher zu verändern; der weite bzw. größermaßstäbliche ist schwerer zu handhaben. Aus einer Stadt einen Bauernhof machen ist schwierig. Eine Einkaufsstraße in einen Stadtpark verwandeln dagegen ist einfach, solange die Stadt da bleibt.</li>
<li><strong>Objects</strong> sind alles, mit dem man selbst oder aber die Actors interagieren. Das sind sowohl klassische &#8220;handliche&#8221; Objekte wie Äpfel, Schaufeln, aber auch Motorräder, Autos, Stadtparkbänke und vieles mehr.</li>
<li><strong>NPC</strong>s oder Non Player Characters sind allgemein alle Personen, die nicht mit dem Träumer personenidentisch sind</li>
<li><strong>Actors</strong> als eine Untergruppe der NPCs sind die wirklich interessanten: sie treffen eigene Entscheidungen, sind meist detaillierter als normale NPCs und brauchen &#8220;mehr Rechenleistung&#8221;. Außerdem haben sie KI!</li>
</ol>
<p>Jetzt kommt natürlich die spannende Frage: wie läuft das Ändern ab? Oftmals recht primitiv (und sehr ähnlich dem, was in den Standard-Anleitungen steht). Einfachste Methode ist nämlich das Visualisieren des Ist- und Soll-Zustandes, was man dann dadurch umsetzen lässt, dass man kurz wegschaut und <em>erwartet</em>, dass der Sollzustand erreicht wird. Nicht hoffen, <em>erwarten</em>. Das ist gleichzeitig auch ein schöner RealityCheck, denn dass das in der Realität funktioniert, ist sehr selten. Deswegen ist es auch schwierig, die entfernten Backdrops zu ändern: wenn sie überall gelten, wohin sieht man dann weg? Die (virtuellen) Augen schließen ist zwar eine Option, aber das braucht einiges an Training, um den Rest der Szenerie danach wieder zusammen zu bekommen.</p>
<p>Genauso kann man auch Personen beeinflussen. NPCs kann man dabei direkt &#8220;rumkommandieren&#8221; und gegebenenfalls auch einfach dahin teleportieren wo man sie braucht. Etwas komplizierter sind Actors, denn, wie gesagt, diese haben einen gewissen Teil KI. Woher kommt diese nun? Einfach: aus Erfahrungen, die wir von Persönlichkeiten haben. Das bedeutet in logischer Folge, dass unbekannte Persönlichkeiten schwierig zu simulieren sind. Aber auch eigentlich bekannte Personen sind schwierig im Traum zu halten, so man sie denn nicht sehr genau kennt. Klassisches Beispiel: Mimik. Warum wacht man wohl oft aus Klarträumen auf, wenn man eine Person genau ansieht? Meine Erklärung: das Gehirn versucht das das zu tun, was es immer tut wenn es ein Gesicht sieht: es versucht, in der Mimik zu lesen. Was bedeutet das nun, wenn das Simulationsmodell bisher nicht so detailliert war? Es wird versucht, Details zu generieren. Liegen dafür keine Daten vor, gibt es eine NullPointerException und alles fliegt uns um die Ohren.</p>
<h4>Kopfkino</h4>
<p>Eine besondere Form von Klarträumen sind bei mir Filme. Dabei ist zwar klar, dass aktuell ein Traum stattfindet, aber man entscheidet sich bewusst dagegen, einzugreifen. Aufpassen: auch wenn man glaubt, die Entscheidung war bewusst, kann es durchaus sein dass nur das Unterbewusste wieder seine Ruhe haben will und man direkt wieder in den nicht-luziden Zustand fällt.<br />
Schafft man das aber (erfordert Übung, ist aber einfacher aufrecht zu erhalten als komplette Klarträume), hat man durchaus einiges an Unterhaltungswert geschaffen, denn man kann bewusst dem zugucken was man normalerweise träumt. Dabei ist es in gewissem Maß sogar möglich, das Traum-Ich vom Ich-Ich zu trennen. Das macht es auch möglich, <em>sich selbst</em> als (Actor-)KI zu beobachten. Zuerst eine komsiche Vorstellung, aber psychologisch bestimmt interessant.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob das was ich hier mache (und beschreibe) überhaupt noch unter den Begriff Lucid Dreaming passt. Eine klare Definition, an der man das prüfen könnte, existiert nicht, also ist das alles Ermessensfrage. Im reinen Begriffssinn kann man das klar mit Ja beantworten, aber die Idee ist doch eine etwas andere. Von daher würde ich das ganz klar mit Jein beantworten, da es signifikante Unterschiede in der Ausführung gibt, die Idee aber die gleiche ist.<br />
Zur Schwierigkeit ist jedoch eins zu sagen: wir bewegen uns hier ungefähr dort wo die Koch-Methode zum morsen lernen steht: statt mit einfachem anzufangen und sich dann schrittweise zu verbessern erfolgt der Einstieg auf sehr hohem Niveau. Das bedeutet einerseits eine recht lange Zeit ohne &#8220;vorzeigbare&#8221; Erfolge, aber auch dass, sobald man den Bogen einmal raus hat sofort alles möglich ist. Zwar vielleicht nicht direkt perfekt, denn bestimmte Aktionen, gerade was Actors betrifft, erfordern einiges an Konzentration. Ähnliches gilt für das Ändern ohne wegsehen. Dabei ist es aber so, dass meistens ein erfolgreicher Versuch ausreicht, um es nicht mehr zu verlernen.<br />
Durchaus einen lohnende Zeitinvestition also&#8230; und es ist ja nicht so dass man während dem Schlafen etwas anderes zu tun hätte <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Damit haben wir das Ende meiner kurzen Reise in die Psychologie und etwas was ich immer gerne als Traum-Hacking bezeichne erreicht. Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen einen Anstoß zu eigenen Experimenten geben, oder vielleicht von früher enttäuschte Träumer zum Neuanfang motivieren. Das war es jedenfalls von meiner Seite.</p>
<p>Martok out.</p>
<p>PS: Im ersten Teil gab es einen Link zu den Lyrics, wer bis hierhin druchgehalten hat bekommt zur Belohnung einen Youtube-Link: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LniY0pDQGaE">QUEENSRYCHE &#8211; SILENT LUCIDITY</a>.</p>
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		<title>Silent Lucidity II: Howto</title>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 21:24:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Lucid Dreams]]></category>
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		<description><![CDATA[Willkommen in Teil 2 meiner Trilogie über Klarträume. Schön, dass wir sie wieder an Bord begrüßen dürfen Wie ich bereits im ersten Teil angedroht habe, wird sich dieser Teil etwas von dem entfernen, was ich persönlich tue. Daher ist wohl auch damit zu rechnen, dass sich hier wenig Erfahrungsmaterial finden wird und dafür mehr Drittquellen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Willkommen in Teil 2 meiner Trilogie über Klarträume. Schön, dass wir sie wieder an Bord begrüßen dürfen <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Wie ich bereits <a href="/2011/05/lucidity-i/">im ersten Teil</a> angedroht habe, wird sich dieser Teil etwas von dem entfernen, was ich persönlich tue. Daher ist wohl auch damit zu rechnen, dass sich hier wenig Erfahrungsmaterial finden wird und dafür mehr Drittquellen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn obwohl ich fast nichts davon selbst nutze sind die Grundlagen doch nach wie vor essentiell.</p>
<p>Ich werde mich aber trotzdem etwas kürzer fassen, denn so <a href="http://www.mind-shop.de/newsdesk_info.php/newsPath/11/newsdesk_id/16">ziemlich alle</a> Seiten <a href="http://www.dreamviews.com/section/dream-recall-10/">zum Thema</a> haben den gleichen Inhalt. Da muss es ja nicht noch eine geben <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><span id="more-571"></span></p>
<h4>Träume erkennen</h4>
<p>Schritt eins ist natürlich immer der Gleiche: man muss zuerst mal wissen, dass man träumt. Verbreitet ist hier der Ansatz, bekannte Motive wiederzuerkennen. Warum das funktioniert, hatte schon Freud erkannt: wenn man normal (&#8220;unkontrolliert&#8221;) Träumt, wiederholen sich bestimmte Motive, also Handlungen, Orte, Personen oder ähnliches.<br />
Damit das funktioniert, muss man erstmal lernen sich an Träume erinnern zu können. Dazu dient ein sogenanntes Dream Journal, in dem man direkt nach dem Aufwachen jeden Traum notiert, an den man sich erinnern kann. Dadurch entwickelt sich ein Gefühl dafür, was öfter wiederkommt, und man zweifelt dann eher mal an der Realität, wenn einem eine sollte Situation begegnet.<br />
Tut man das, wird ein Reality Check verwendet, um die Entscheidung definitiv zu treffen. Auch diese sollte man auch in der definitiv realen Welt machen, um einen Automatismus zu entwickeln. Darum ging es ja auch in meinem <a href="/2011/01/inception-angewendet/">früheren Beitrag</a>. Hier gibt es verschiedene Methoden, die aber alle recht einfach sind. Eine kurze Auswahl bewährter Techniken:</p>
<ul>
<li>Lesetest: etwas lesen, kurz weggucken, nochmal lesen. Hat sich der Text geändert? (Hey, Laufschriften sind da nicht gut <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ) Lässt sich gut Kombinieren mit einem Logiktest: zweimal hintereinander eine (Digital-)Uhr ablesen. Sind die Zeiten konstistent und monoton steigend?</li>
<li>Luft anhalten: kann man mit zugehalter Nase noch atmen? Wenn ja, ist die Nase simuliert.</li>
<li>Sicht: wird das Bild zu den Rändern hin unscharf? Funktioniert natürlich nur, wenn man nicht sowieso Probleme mit dem peripheren Sehen hat.</li>
<li>Spiegel: wisst ihr, wie kompliziert Spiegel sind? Nun, das Traumbewusstsein meistens nicht, daher sind die Ergebnisse eher selten realistisch.</li>
<li>Physik: halten Kartenhäuser erstaunlich gut, fallen Kreisel nicht um (Hallo Cobb!), sind instabile Systeme auf einmal stabil? Nicht wirklich gut für Leute, die <em>wissen</em> wie Mechanik funktioniert. Das weiß das Unterbewusste dann nämlich auch. Aber für normale Menschen recht zuverlässig</li>
</ul>
<p>Und natürlich noch viele mehr. Nicht gut funktioniert Schmerz (&#8220;zwick mich mal, ich glaub ich träume!&#8221;). Jedenfalls nicht im Verbund mit den Standardtechniken, wir werden dieses Thema in Teil III nochmal wiedersehen; für jetzt sei gesagt: ja, auch Schmerz wird simuliert, das ist kein Entscheidungskriterium.</p>
<p>Es gibt eine ganze Reihe von Techniken, die dafür sorgen (sollen), dass es leichter Fällt, einen halbwegs bewussten Zustand zu erreichen. Da ich das auch nur abschreiben würde, möchte ich hier direkt auf <a href="http://en.wikibooks.org/wiki/Lucid_Dreaming/Induction_Techniques#Techniques">das Wikibook</a> verweisen, dass auch eine schöne Gegenüberstellung von Vor-und Nachteilen hat.</p>
<h4>Im Traum bleiben</h4>
<p>Hat man dann erstmal einen Traum als solchen erkannt, wird das Unterbewusste permanent versuchen, wieder die Kontrolle zurückzuerlangen. Zumindest anfangs wird es dabei auch erfolgreich sein, und man wacht schlagartig auf &#8211; nur um zu realisieren, wie nah man dran war. Das ist auch deswegen so schwierig, weil man anfangs immer mit ziemlich starken Emotionen überladen wird. Einmal die recht logisch Freude darüber dass es funktioniert, aber auch ein kurzer Panikanfall. Der ist zwar weitgehend unerklärlich, aber eben da. Meine Vermutung ist ja, dass Bewusstsein und Schlafen so gar nicht zueinander passt, und irgendwas im Gehirn einen Fall von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sleep_paralysis">Sleep Paralysis</a> vermutet. Und da darf man durchaus panisch werden.</p>
<h4>Aktionen</h4>
<p>Nicht aufgepasst in der Einleitung? Alles ist möglich. Alles.<br />
Und das soll ich hier nicht alles auflisten, oder? <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Nur ein paar Tipps: es hilft, wenn man immer was tut. Untätigkeit ist schwierig aufrecht zu erhalten, dabei fällt man meistens aus dem luziden Zustand raus. Man sollte es dabei aber vermeiden, einen bestimmten Punkt zu fixieren. Dadurch werden die Augen (also, die echten) aus dem REM-Zustand gebremst, das ist meistens mit aufwachen verbunden.</p>
<h4>In Popular Culture</h4>
<blockquote><p>If you&#8217;re writing fiction or even creating a world for a computer game, lucid dreaming can help you visualize it. You could ask your characters how they feel about something or what they think will happen.<br />
<address>http://en.wikibooks.org/wiki/Lucid_Dreaming/Introduction</address>
</blockquote>
<p>Mittlerweile ist das ganze auch in der Psychotherapie angekommen, hier verwendet man Klarträume zum Beispiel in der klassischsten Situation: <a href="http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-52017.html">zur Albtraumbewältigung</a>. Klassisch deswegen, weil grade Albträume ob ihrer extremen Unlogik oft sehr einfach als Träume zu entlarven sind. Hier ist auch die Verbindung, die die meisten von uns zu KTs haben: ziemlich oft hat man als Kind luzide Träume, ohne das zu merken (oder eben das Konzept zu kennenn). Erst später &#8220;verlernt&#8221; man das wieder und muss sich mühsam wieder heranarbeiten.</p>
<p>Beim nächsten mal geht es dann um das eigentliche Thema, warum ich diese Reihe angefangen habe: meine Eigenbauvariante, warum ich das machen musste und was damit für nette Sachen möglich sind.</p>
<p>Stay tuned.</p>
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		<item>
		<title>Silent Lucidity I: Einführung</title>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 21:14:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Lucid Dreams]]></category>
		<category><![CDATA[lucidity]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Blog ist ja nicht grade dafür bekannt häufig neue Einträge zu haben. Damit einher geht auch sehr&#8230; ich sage mal &#8220;reduziertes&#8221; Feedback. Umso erstaunlicher ist es dann, wenn ein einzelner Beitrag Reaktionen aus den verschiedensten und vor allem unerwartetsten Richtungen auslöst &#8211; so geschehen mit &#8220;Inception angewendet&#8220;. Das hat mich motiviert, das Thema Klarträumen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Blog ist ja nicht grade dafür bekannt häufig neue Einträge zu haben. Damit einher geht auch sehr&#8230; ich sage mal &#8220;reduziertes&#8221; Feedback. Umso erstaunlicher ist es dann, wenn ein einzelner Beitrag Reaktionen aus den verschiedensten und vor allem unerwartetsten Richtungen auslöst &#8211; so geschehen mit &#8220;<a href="http://www.martoks-place.de/2011/01/inception-angewendet/">Inception angewendet</a>&#8220;. Das hat mich motiviert, das Thema Klarträumen und vor allem meine doch eher unkonventionellen Ansätze mal etwas weiter auszubreiten.</p>
<p>Das wird in Form einer als Trilogie angelegten Reihe passieren. Im ersten (diesem!) Teil werde ich ein paar einleitende Worte zum Thema verlieren, denn nicht jeder kennt das Konzept oder, was viel häufiger ist, glaubt, dass sowas wie Lucid Dreaming (wie Klarträumen englisch heißt) wirklich existiert. Später geht es dann um diverse Techniken, sowohl die verbreiteten als auch meinen davon stark abweichenden Ansatz. Gegebenenfalls auch mehr, wenn jemand einen interessanten Aspekt anspricht. Eine fünfteilige Trilogie wäre schon etwas schönes <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<div style="padding-top: 1em"></div>
<p>Eine schöne Einführung ins Thema bietet das <a href="http://en.wikibooks.org/wiki/Lucid_Dreaming/Introduction">WikiBook &#8220;Lucid Dreaming&#8221;</a>, welches mir generell sehr gut gefällt. Das ist durchaus mehr als einen Blick wert, wenn man sich mit dem Thema auseinander setzen will. Trotzdem aber mal die Kurzfassung:<br />
Wenn wir schlafen, durchlaufen wir dabei verschiedene Phasen. Dabei sinkt die Gehirnaktivität periodisch bis in den Tiefschlaf ab und steigt danach wieder an. In der flachsten Ebene davon &#8211; direkt zwischen Wachen und Schlaf &#8211; spielen sich Träume ab. Jede Nacht, bei jedem Durchlauf durch den Zyklus &#8211; ich erwähne das deswegen, weil wir uns an die wenigsten dann auch tatsächlich erinnern können; tatsächlich aber haben wir sogar mehrere Träume pro Nacht.<br />
Normalerweise verarbeiten wir in Träumen Ereignisse und Eindrücke, die sich tagsüber angesammelt haben, ohne wirklich kontrollieren zu können, wie sich die Handlung entwickelt. Das Gehirn macht dabei etwas, was Literaten unter freier Assoziation verstehen würden. Normalerweise, denn mit ein wenig (oder auch mehr) Übung kann man eben das doch: die Handlung kontrollieren &#8211; den Film schreiben.</p>
<p>Genau darum geht es beim Klarträumen: (vollständige) Kontrolle des Traums, der Welt und aller Figuren. Also quasi ausgelebtem Gott-Komplex <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Der Namensteil &#8220;Klar&#8221; bzw &#8220;Lucid&#8221; bezieht sich dabei auf eine essentielle Tatsache: das Bewusstsein, zu träumen.<br />
Hat man dieses erlangt, ist es möglich, das zu tun was fast alle als Kinder ziemlich oft gemacht haben: fliegen, interessante Orte besuchen (und erfinden) und viele weitere in der Realität nicht mögliche Aktionen.<br />
Grund genug also, sich damit zu beschäftigen, oder?</p>
<div style="padding-top: 1em"></div>
<p>Mein erster bewusster (pun intended) Kontakt mit Klarträumen war ein ziemlicher Zufall. Vor laaanger Zeit (ziemlich genau am 08.Juni 2007, sagt mein Miranda-Verlauf) bin ich im <a href="http://blog.xkcd.com/2007/05/28/tools-for-dream-typing/">xkcd-Blag</a> auf eine Artikel über Dream Typing gestolpert. Irgendwas hat mich jedenfalls dazu gebracht dem Thema mal etwas hinterherzurecherchieren, mit dem Ergebnis dass ich einmal quer durch die Wikipedia gewandert und bei Lucid Dreams gelandet bin. Irgendwann zu dieser Zeit hab ich dann auch endlich <a href="http://lyrics.wikia.com/Queensr%C3%BFche:Silent_Lucidity">Silent Lucidity</a> verstanden&#8230;<br />
Jedenfalls hat das ausgereicht, um mich genug davon zu begeistern um wirklich mal Versuche dazu zu machen. Praktischerweise waren auch gerade Schulferien &#8211; ideale Vorraussetzungen also für Tests, die auch mal erfordern sinnlos lange im Bett zu bleiben.</p>
<p>Damals habe ich sehr viel zum Thema gelesen und bin dabei vielen Techniken begegnet, die aber alle irgendwie ähnlich waren, so dass die Versuche alle ähnlich erfolgreich waren: eine Glückstrefferquote von einem in zwei Wochen. Ich erwähne das hier deshalb, um denjenigen Lesern, die vielleicht schon Versuche hinter sich haben und wenig erfolgreich waren zu zeigen: ja, das ist völlig normal! Oder zumindest rede ich mir das gerne ein, denn die Alternative ist, dass ich irgendwas falsch gemacht habe. <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Im nächsten Teil folgt trotzdem eine Einführung in eben diese, denn um alles weitere verstehen zu können ist zumindest theoretisches Verständnis der diversen konventionellen Techniken doch notwendig: viele grundlegende Begriffe und Ideen leiten sich direkt aus ihnen ab. Außerdem werden wir sehen, dass nicht nur Künstler ziemliche Fans des Klarträumens sind.</p>
<p>Stay tuned.</p>
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		<title>Thank you for your cooperation&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 18:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich drücke mich ja gerne vor vielem. Unter anderem Bloggen&#8230; Bei einem aber geht das ganz schlecht: Zensus. Und da die bei uns fast alles was in einem Wohnheim lebt mit genau gezielten Clusterbombs &#8220;zufällig ausgewählt&#8221; wurde, kann man ja gleich mal was bloggenswertes draus machen und den schönen tollen Online-Prozess testen. Kurz vorneweg: das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich drücke mich ja gerne vor vielem. Unter anderem Bloggen&#8230; <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Bei einem aber geht das ganz schlecht: Zensus. Und da die bei uns fast alles was in einem Wohnheim lebt mit genau gezielten Clusterbombs &#8220;zufällig ausgewählt&#8221; wurde, kann man ja gleich mal was bloggenswertes draus machen und den schönen tollen Online-Prozess testen. Kurz vorneweg: das hab ich nur deswegen gemacht, weil ich nur den einfachen Bogen bekommen hab, der keine Daten enthält die nicht auch bei der DENIC und in der EntwicklerEcke abfragbar und aggregierbar wären. Sicher ist sicher.</p>
<p>Zunächst einmal begrüßt mich ein neuer privater Tab von Opera &#8211; you never know what&#8217;s coming next. Von dort aus also wie auf dem Formblatt aufgedruckt die Seite &#8220;zensus2011.de&#8221; aufgerufen. Sauber strukturiert kann ich hier auswählen was ich tun will &#8211; Ergebnisse einreichen wird sehr prominent genau in der Mitte präsentiert. Hier entscheide ich mich für den violetten Bogen, denn obwohl die Farben auf dem Bildschirm doch sehr anders aussehen als das leichte Fliederlila des Papiers, ist das doch immer noch am passendsten.</p>
<p>Daraufhin wird mir nochmal erklärt, woran ich in meinem Browser sehe, dass ich SSL benutze. Lobenswert, aber mein Browser ist nicht dabei (ich erwähnte schon: dafür ist Opera dran). Whatever, ich weiß es ja.<br />
Auf einer externen Domain (www.zensus2011-befragungen.de) werde ich dann von einem schmucklosen Loginfenster begrüßt, das mir die langen alphanumerischen Codes zur Authentifizierung abnimmt. Auf Anhieb ohne Vertipper, ich bin stolz auf mich.</p>
<p>Das folgende Formular ist exakt so aufgebaut wie das Papier, ist aber an die Verwendung von Informationstechnik angepasst: Auswahlfelder für die Nationalität sind ComboBoxen statt 3-Letter-Feldern in die man dann die ISO-CCs selber eintragen darf, wie es auf dem Papier gelöst ist; Multiple-Choice-Fragen sind ordentlich als RadioGroup gelöst und Freitextfelder gibts eh nur für den Namen. Oh, und Datumsangaben.</p>
<p>Jedenfalls, kann man schnell durchklicken, wenn man Fragen überspringen darf wird das direkt kenntlich gemacht.</p>
<p>11 Fragen später habe ich zwar keine Million gewonnen, aber das Ding fertig und bin bereit, <em>Prüfen und Absenden</em> zu drücken. Nochmal bekomme ich eine Zusammenfassung dessen was ich angeklickert habe und kann dieses dann bestätigen.</p>
<p><img src="/blog/wp-content/uploads/2011/05/zensus.png" alt="zensus" title="zensus" width="501" height="116" class="alignnone size-full wp-image-540" /><br />
Und fertig.</p>
<p>Ich muss ja sagen: das geht ja glatt mal. Zumal ich auch nur die Fragen bekommen hab, die man durchaus ohne Datenschutzprobleme beantworten kann: nämlich nur die Stammdaten, die zwar gerne zur Identitätsprüfung genommen werden die aber sowieso jeder weiß. Da bin ich aber auch relativ gut weggekommen, das ist hier nicht der Regelfall. Eher die Ausnahme, zwei Interviews heute im Bekanntenkreis waren umfangreicher.</p>
<p>Und nun zur Technik&#8230; viel gibt es da nicht. Das System basiert auf <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/IDEVeCore/IDEVeCore.psml">IDEV</a>, wurde aber offenbar verändert/aktualisiert, denn das &#8220;normale&#8221; IDEV läuft mit Opera gar nicht und erwartet stattdessen einen IE 5.5.<br />
Das JavaScript, welches die Plausibilitätsprüfung und die Fragen-Ausblendung macht ist vermutlich auch aus dieser Zeit: völlig konfus, sieht aber nicht nach einem Scrambler aus. Das hat jemand wirklich so programmiert. Es ist sehr erstaunlich, dass das Ganze funktioniert&#8230; und das tut es wie gesagt wirklich.</p>
<p>Immerhin: jetzt wissen SIE, dass ich damals auf&#8217;m Bürgeramt auch schon nicht gelogen hab. Toll.</p>
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		<title>Atomstrom</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 01:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon Loriot hat ja gewusst: wenn man was politisches sagen will, braucht man nur Atomstrom zu sagen und hat zumindest eine schöne Kontroverse angeleiert. Das gute da dran ist: man muss überhaupt keine Ahnung vom Thema haben, eine Meinung reicht völlig. Wenn es die richtige ist, wird man sofort zum Experten deklariert&#8230; und wenn man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon Loriot hat ja gewusst: wenn man was politisches sagen will, braucht man nur <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hGox3ggYK8w">Atomstrom</a> zu sagen und hat zumindest eine schöne Kontroverse angeleiert. Das gute da dran ist: man muss überhaupt keine Ahnung vom Thema haben, eine Meinung reicht völlig. Wenn es die richtige ist, wird man sofort zum Experten deklariert&#8230; und wenn man zufällig weiß über was geredet wird, hat man vollständig verloren.</p>
<p>Und genau deswegen werde ich heute mal in textueller Form das tun, was ich in diversen Diskussionen auch schon mündlich getan habe: nämlich mich unbeliebt machen. Das geht nämlich sehr einfach, wenn man an dieser Stelle als Techniker argumentiert <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, dass dieser Beitrag entweder ganz oder gar nicht zu lesen ist &#8211; halb lesen führt dazu dass man einen völlig falschen Eindruck meines Standpunktes bekommt.<br />
<span id="more-516"></span></p>
<p>Das Totschlagargument seitens der überwiegend Grünen Anti-Atom-Beweung ist so einfach wie falsch: &#8220;Diese Technologie ist unbeherrschbar&#8221;. Ist sie aber &#8211; sogar recht einfach, wenn man weiß was man tut. Das Problem da dran ist allerdings auch das <em>Kern</em>problem (Achtung, Wortwitz!) schlechthin: die Betreiberfirmen gehören meistens nicht in die Gruppe derer, die das tun. Denn eins ist klar: eine Firma will natürlich mit maximalem Gewinn arbeiten und optimiert ihre Prozesse. Nun ist ein AKW ein doch recht komplexes System &#8211; wenn man da an einer Stelle was verändert, kann das extreme Auswirkungen am anderen Ende haben. Genau dafür gibt es Zertifizierungssysteme seitens des Gesetzgebers, die dafür sorgen sollen, dass zumindest mal jemand drüber nachgedacht hat, was diese Folgen denn wohl sein werden. Diesen Prozess bitte mal merken &#8211; darauf werden wir später noch zu sprechen kommen.</p>
<p>Genauso irrsinnig ist das Argument der Atommafia in diesen Tagen, dass wir hier keine Tsunamis hätten, und deswegen alles sicher wäre. Es ist offensichtlich, dass hier völlig am Thema vorbeiargumentiert wird. Andererseits ist das durchaus eine angebrachte Antwort, wenn in unseren wie üblich völlig in Panik verfallenen Medien der Eindruck erweckt wird, dass sich durch diese Katastrophe irgendetwas geändert hätte.<br />
Gleichzeitig ist es aber auch genau die falsche Antwort, denn sie lässt eine gewisse Unbekümmertheit erkennen, die definitv fehl am Platze ist. Denn genau das darf ein Sicherheitsingenieur nie sein. Egal wie unwahrscheinlich ein Ereignis ist: jedes AKW muss einen Test bestehen, in dem für jeden denkbaren Störfall modelliert wird, was passiert und wie man daraufhin agieren muss. Im amerikanischen ist das als der PAR (Probabilistic Risk Assessment)-Test bekannt und wesentlich strenger als bei uns. Dieser macht es möglich, jede Art von Fehlern zu erkennen (üblicherweise werden erst Ereignisse, die seltener als einmal alle 10<sup>10</sup> Jahre passieren, abgeschnitten) und nicht nur das, was man professionnell DBA (Design Base Accident) nennt und gemeinhin als GAU kennt. Dies ist eben jener größte Unfall, den das System AKW noch ohne ernsthafte Probleme wegstecken kann. Wenn man also sagt, der GAU ist eingetreten, besteht kein Grund zur Sorge: genau dafür wurde das System ausgelegt! Man sollte allerdings schon versuchen, die Situation dann nicht noch schlimmer werden zu lassen, alles weitere nennt sich dann nämlich Super-GAU &#8211; &#8220;mehr als der größte Unfall den wir uns denken konnten&#8221;. Da will man dann eher nicht mehr in der näheren Umgebung sein.</p>
<p>Man sieht also das gleiche Problem wie überall: Kontrolle. Irgendjemand muss dafür sorgen, dass diese Tests regelmäßig und korrekt gemacht und nach aktuellem Wissensstand und konsequent ausgewertet werden und gegebenenfalls die nötigen Schlüsse gezogen werden. Das heißt auch, dass ein offensichtlich durfallendes AKW sofort abgeschaltet gehört! Das klappt für Kfz ganz ordentlich, da gibts den Tüv. Wer macht sowas bei Kernkraftwerken? Stellt sich raus, genau die gleichen. Viele AKWs in Deutschland fallen dabei in den Zuständigkeitsbereich des Tüv Süd, der eine ganz besondere Vorstellung von optimaler Prüfung hat: zwei Drittel der Tüv-Süd AG gehören <a href="http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_15_07/atomkraft___laufzeitverlaengerung.html">Eon, Vattenfall und EnBW</a>. Wer auch immer das genehmigt hat, weiß offenbar nicht was er/sie tut.</p>
<p>Bezeichnend auch, dass nach den Richtlinen des finnischen Staates, der momentan sehr starke Investitionen tätigt und mehr als 30 neue Kraftwerke bauen will kein einziges Deutsches Kraftwerk <a href="http://alternativlos.org/14/">mehr am Netz sein dürfte</a>. Kein Wunder, wenn man sich selbst kontrolliert kann jeder Mist vollkommen &#8220;in Ordnung&#8221; sein.</p>
<p>Was lernen wir also daraus?<br />
Atomstrom ist technisch und technologisch kein Problem, aber es ist keine gute Idee, die Betreibergesellschaft <em>und</em> zuständigen Kontrollinstanzen in private Hände zu geben. Überhaupt ist nur durch strikteste Kontrollen ein wirklich sicherer Betrieb möglich, die aktuell, häufig, streng und folgenreich sein müssen. Unsichere Systeme dürfen nicht (und erst nach kompletter Nachprüfung wieder) betrieben werden. Es kann immerhin nicht sein, dass mein kleiner PKW strenger kontrolliert wird als ein AKW. Was ich damit maximal anrichten kann liegt doch knapp unter den denkbaren Opferzahlen in einem dicht besiedelten Land.<br />
Was jetzt zu tun ist, ist also eine vollständige Evaluierung aller aktiven Anlagen nach aktuellen Sicherheitsstandards. Nicht nach denen von vor 30 Jahren, wie es in Deutschland durchaus üblich ist. Das geht nicht in 3 Monaten! Schon theoretisch nicht, so viele qualifizierte Experten haben wir gar nicht! Jetzt zu sagen, wir fahren die Dinger mal runter, gucken kurz drauf und wenn alle noch da sind fahren wir wieder hoch ist nicht nur kreuzgefährlich durch den <em>Eindruck</em>, dass eine Prüfung stattgefunden hätte, sondern es bringt eine Technologie in Verruf, die wir so schnell nicht loswerden können <span style="color:#999">(dazu wird es später einen separaten Artikel geben)</span>.</p>
<p>Bleibt ein Problem: was macht man mit dem Abfall? Sprich, Endlager oder nicht? Auch das ist ein technisch gelöstes Problem (gut, okay, nachdem Jahrelang keiner was geforscht hat werden in Frankreich jetzt erst erste Versuchsanlagen gebaut). Jedenfalls ist die Idee hinter <a href="http://www.pro-physik.de/Phy/leadArticle.do?laid=13461">Transmutationsanlagen</a> eigentlich ganz einfach: man spaltet so lange, bis was stabiles entsteht. Das hat sogar den Vorteil, dass man mehrfach Energie abgreifen kann und am Ende keinerlei problematische Abfälle hat.</p>
<p>Nochmal zum mitmeißeln: strengere Kontrollen, abschalten nicht bestehender Reaktoren, retrofitting und gegebenenfalls Neubau von Kapazität nach aktuellem Wissen. So und nicht anders würde vernünftige Atompolitik aussehen. Nicht nur jetzt, sondern immer schon.</p>
<p>Ich bin ja damals auch deswegen mit viel Hoffnung zur Piratenpartei gekommen, weil sie im gegensatz zu den &#8220;Grünen&#8221; noch keinen dogmatischen Standpunkt zur Atomfrage hat und echte Diskussion stattfindet. Gerade in den letzten Tagen sind aber viele in ein &#8220;Jetzt müssen wir entschlossenheit demonstrieren&#8221; verfallen, dass mich durchaus am Geisteszustand einiger zweifeln lässt. Irgendwo stand mal, wir wollten Politik auf Faktenbasis machen. Gilt das noch?</p>
<p>So, und jetzt die Zusammenfassung für die Leute, die jetzt der Meinung sind, da ich Anti-Atom-Ausstieg bin, wäre ich Industrieapologet: was ich hier vorschlage, würde so ziemlich alle aktuell stehenden Reaktoren zumindest für einige Jahre vom Netz bringen und ungefähr genausoviel Geld kosten wie der Ausbau des Stromnetzes so, dass dezentrale erneuerbare Energiegewinnung möglich wäre.</p>
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		<title>Inception angewendet</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 16:53:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ihr habt doch bestimmt alle Inception gesehen, oder? Wehe wenn nicht, der ist wirklich gut Jedenfalls, dann kennt ihr auch das Konzept hinter den &#8220;Totems&#8221;, richtig? Gut, denn das sollte man, wenn man den Witz im folgenden finden will. Folgende Situation: ich träume, und weiß das auch. Allgemein bekannt als Lucid Dream. Die Situation ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ihr habt doch bestimmt alle <a href="http://www.imdb.com/title/tt1375666/">Inception</a> gesehen, oder? Wehe wenn nicht, der ist <em>wirklich</em> gut <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Jedenfalls, dann kennt ihr auch das Konzept hinter den &#8220;Totems&#8221;, richtig? Gut, denn das sollte man, wenn man den Witz im folgenden finden will.</p>
<p>Folgende Situation: ich träume, und weiß das auch. Allgemein bekannt als Lucid Dream. Die Situation ist aber nicht grade rosig&#8230; in Inception würde man sagen, &#8220;the dream collapses&#8221;, also muss ich den irgendwie zusammenhalten. Aufwachen ist doof, die Umgebung ist so toll gebaut. Nun ist das nicht so einfach, irgendwas um sich drauf zu konzentrieren dass das ein Traum ist, wäre gut. Was macht meine Begleiterin <span style="color: #777777;">(hey, ich träume üblicherweise Filme &#8211; männlicher Held, weiblicher Sidekick, klar!?)</span>? <span style="color: #777777;"> (Übrigens, sie ist auch toll konstruiert: ich kenne sie im RL, und sie ist ein Japan-Fan, was bekomme ich also? Die Person, die eigentlich white caucasian ist mit japanischen Gesichtszügen <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  )</span> Sie holt einen Spielwürfel (D6) raus, und lässt den auf einer Ecke rotieren wie einen Kreisel.</p>
<p>Er fällt nicht um.</p>
<p>Ich stelle also fest: &#8220;Das ist eindeutig ein Traum!&#8221; Woraufhin sie mich fragt, &#8220;jetzt müssen wir nur noch rausfinden ob deiner oder meiner.&#8221; <span style="color: #777777;">(warum? Keine Ahnung. Sie hat wohl auch Inception gesehen^^)</span> In dem Moment fällt der Würfel um, eine 4.<br />
Ich nehme mir den also, stating the obvious &#8220;ah, eine 4&#8243; und lasse den Würfel kreiseln, was er auch recht ungestört tut. Bis jemand der neben mir am Tisch steht (irgendein Statist) an den Tisch stößt <span style="color: #777777;">(offenbar gehorcht er doch der Schwerkraft, wenn man nur genug drauf einwirkt)</span> &#8211; während der Wüfel noch im Fallen ist, fange ich schon an zu sprechen: &#8220;Schon wieder eine 4&#8243;. Sobald der Satz raus ist, fällt er ganz um und zeigt &#8211; die 4.<br />
&#8220;Hätten wir das geklärt, ist also mein Traum.&#8221;</p>
<p>Anscheinend reichte das, um mein Unterbewusstes davon zu überzeugen die Welt zusammenzuhalten, jedenfalls ging der Traum dann noch ziemlich lange weiter.</p>
<p>Merke: Reality Checks sind wichtig, funktionieren auch wenn man sie nicht selbst macht und erstaunlicherweise auch, wenn man sie nicht regelmäßig in der Reality macht. Nolan, you genius.</p>
<p>Manipulation der Welt hat sich übrigens ziemlich Minecraft-artig abgespielt &#8211; schon lustig, quadratische Löcher in Wände zu hauen <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ich bin ja immer noch ziemlich fasziniert davon, aber das solls hier erstmal gewesen sein. Man muss ja erstmal sehen, ob ihr mich jetzt für verrückt erklärt, wegen sowas wertvolle Bandbreite zu belegen <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Jugendschutz vs. Zensur</title>
		<link>http://www.martoks-place.de/2010/12/jugendschutz-vs-zensur/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 00:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mal wieder Zeit für was politisches, hm? Aus gegebenem Anlass, kann man wohl sagen. Mittlerweile hat auch die FSM eine FAQ veröffentlicht, die zumindest die erste Hysterie mit &#8220;wird schon gutgehen&#8221; abbügeln wollen. Nicht, dass ich wirklich glaube dass die Befürchtungen der Netzgemeinde (wie es so schön heißt) sich nicht bewahrheiten werden &#8211; das haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder Zeit für was politisches, hm? Aus <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Blog-macht-wegen-neuem-Jugendschutzgesetz-dicht-Updates-1144566.html">gegebenem Anlass</a>, kann man wohl sagen. Mittlerweile hat auch die FSM <a href="http://www.fsm.de/de/jmstv-2011">eine FAQ</a> veröffentlicht, die zumindest die erste Hysterie mit &#8220;wird schon gutgehen&#8221; abbügeln wollen. Nicht, dass ich wirklich glaube dass die Befürchtungen der Netzgemeinde (wie es so schön heißt) sich nicht bewahrheiten werden &#8211; das haben sie immer. Nur zeigt diese Seite schön, dass offenbar die Idee nicht <a href="http://blog.beck.de/2010/11/30/jugendmedienstaatsvertrag-und-altersfreigabe-im-internet">so schlecht wie der Entwurf zum JMStV</a> war.</p>
<p>Um diese handwerklichen Mängel (umgangssprachlich: himmelschreiender Pfusch) soll es hier aber nicht gehen, denn unabhängig von der rechtlichen Schlangenteergrube voll mit Minen ist das Thema Jugendschutz in Deutschland ein ganz eigenes. Kein anderer westlicher Staat leistet sich so restriktive Regelungen und Straftatbestände zum Schutze der Jugend wie Deutschland. Das lässt doch die Frage aufkommen: warum ist das so? Sind wir besonders kinderlieb (darf man das heute überhaupt noch sagen oder ist die griechische Übersetzung schon stärker?) oder alle anderen Kinderhasser?</p>
<p>Gehen wir doch mal zu den Wurzeln. Die Wikipedia sagt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendschutzgesetz_%28Deutschland%29">in einem noch nicht gelöschten Eintrag</a>:</p>
<blockquote><p>In der Bundesrepublik Deutschland wurde erstmals 1951 das Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit (JÖSchG) erlassen. Danach wurde es mehrfach novelliert, bis es durch das neue Jugendschutzgesetz ersetzt wurde.</p>
<p>Ein Vorläufer des JÖSchG war das nach dem zweiten Weltkrieg aufgehobene Lichtspielgesetz von 1920, das die öffentliche Vorführung von Filmen erst nach der Überprüfung durch zentrale Prüfstellen erlaubte. Eine aufgrund der Strafandrohungen gegen Jugendliche umstrittene Polizeiverordnung aus dem Jahr 1943, die unter anderem Ausgangsbeschränkungen enthielt, wurde erst 1951 aufgehoben und floss in Teilen in die neuformulierten Regelungen ein.</p></blockquote>
<p>Also: die das erste JSG in Deutschland war ein Gesetz, dass eine zentrale Prüfstelle für Filme eingeführt hat &#8211; viele Jahre später in der DDR gab es sowas für Drucksachen, damit keiner einfach Flugblätter oder andere staatsgefährdende Propaganda von der Druckerei machen lassen kann. Na, erkannt? Richtig, solche Stellen dienen IMMER der Zensur!</p>
<p>Das erklärt aber eins nicht: wie kann es sein, dass ein Volk, dass zwei Diktaturen überlebt hat, sich heute immer noch die gleichen Institutionen andrehen lässt? Wie kann es sein dass so etwas nicht nur passiv erduldet, sondern aktiv gefordert(!) wird?</p>
<p>In der Shoutbox der Entwickler-Ecke vertrat ich nun die Meinung, dass dies damit zu tun hat, was sich unsere Kultur unter Kindheit vorstellt: ein behütetes und von allem Bösen verschontes aufwachsen, möglichst bis zum 18. ohne jeden Außenweltkontakt. Aber warum wollen wir das? Sollte es nicht eigentlich das Ziel der Erziehung (durch Eltern UND Gesellschaft, nicht ODER!) sein, mündige Bürger auf die Welt vorzubereiten, die sie einmal erleben und womöglich verändern werden?<br />
Dazu braucht es vor allem eins nicht: riesige undurchsichtige Vorhänge, die die Außenwelt abschirmen und eine Parallelwelt erzeugen, in denen unsere Kinder aufwachsen. Dazu braucht es Leitlinen, Führung und vor allem eins: Vertrauen. Es hilft nichts, als Eltern &#8220;das Böse (TM) Internet&#8221; zu verdammen und dem Kind jeden Kontakt damit zu verbieten. Es hilft nichts, stattdessen einen Fernseher ins Kinderzimmer zu stellen. Es hilft erst recht nichts, ein gesiebtes Internet zu erzeugen.<br />
Was wichtig ist, ist die Medienkompetenz (<del datetime="2011-01-01T16:05:56+00:00">hier würde ich auf Isotopp linken, <a href="http://koehntopp.de/">wenn das denn noch gehen</a> würde &#8211; danke JMStV!</del><ins datetime="2011-01-01T16:05:56+00:00">Mittlerweile ist der JMStV vom Tisch und Isotopp wieder da &#8211; also <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2696-Blogstoeckchen-Medienkompetenz.html">hier der versprochene Link</a></ins>) schon im frühen Alter zu erzeugen und dafür zu sorgen, dass die Bewertung des Inhaltes da passiert, wo sie hingehört: in das Moralbewusstsein des Rezipienten! Nirgendwo sonst kann irgendetwas erreicht werden als dort, wo Abstoßung und Fremdschämen entstehen. Und das am Besten schon vor dem Kontakt: wer Gewalt verabscheut, wird auch von gewaltverherrlichenden Inhalten nicht zum Berserker, sondern sich angeekelt abwenden.</p>
<p>Dabei liegt aber nicht nur das Kindheitsbild in Deutschland im Argen, auch an anderer Stelle haben wir ein (historisch bedingtes) Defizit: Meinungsfreiheit. Man sieht deutlich, dass jeder Staat, der in seiner Geschichte eine erfolgreiche Revolution <em>von unten</em> vorweisen kann auf die freie Meinungsäußerung einen größeren Wert legt, als Staaten die von oben geformt wurden. Das ist auch völlig logisch: wer weiß, welche Macht das Wort hat, will es entweder schützen oder eindämmen, je nach dem, auf welcher Seite er gerade steht. Vergleicht man zum Beispiel das Grundgesetz mit der Constitution der USA, fällt eins auf: im GG findet sich die Würde des Menschen in Art. 1, die Meinungsfreiheit erst in Art 5. Im Gegensatz dazu ist die freie Meinungsäußerung Teil des First Amendment und damit das erste und oberste Gut! Aus genau dieser Wertung begründet sich auch die Jugendschutzgesetzgebung in Deutschland, denn es wird eben nicht davon ausgegangen, dass der Konsument schon wissen wird, was er mit dem Input anzufangen hat, sondern eben im genauen Gegenteil das Filtern für ihn übernommen.</p>
<p>Womit wir wieder am Anfang angekommen wären: Jugendschutz (besonders Jugendmedienschutz) ist Zensur in dem Sinne, dass sie einen mündigen Heranwachsenden für unmöglich hält und dabei in Kauf nimmt, Erwachsene in ihrer Entfaltung der Persönlichkeit (Artikel 2, NACH der Menschenwürde) zu hindern. Diese Abwägung ist es, die es möglich gemacht hat dass wir heute auf dem besten Weg zu einem &#8220;Kindernet&#8221; sind, einem Netz, in dem der mündige selbst nachdenkende und <em>bewertende</em> Rezipient nicht mehr vorgesehen ist.</p>
<p>Brave New World.</p>
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		<title>Nachgelesen: 2010-03-08</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 14:35:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Real Life]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[MZ]]></category>
		<category><![CDATA[Nachgelesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mal wieder was aus der aktuellen Nachrichtenlage: diesmal Internetanschlüsse auf dem Land, und was da so geplant wird. Ich würde das eigentlich gerne mit einem Link mit Lesebefehl beginnen, aber so wie ich das sehe gibts die Lokalteile nicht papierlos. Also hier ein Ausschnitt aus der MZ von heute, Lokalteil QLB, manuell abgetippt Falkensteiner wollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder was aus der aktuellen Nachrichtenlage: diesmal Internetanschlüsse auf dem Land, und was da so geplant wird.<br />
<span id="more-385"></span><br />
Ich würde das eigentlich gerne mit einem Link mit Lesebefehl beginnen, aber so wie ich das sehe gibts die Lokalteile nicht papierlos. Also hier ein Ausschnitt aus der MZ von heute, Lokalteil QLB, manuell abgetippt <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<blockquote><p><strong>Falkensteiner wollen Internetzugang</strong><br />
Für ein flächendeckendes Angebot von Internetanschlüssen setzt die Stadt auf Breitbandversorgung. [...] Als Schwerpunkt haben sich die Ortsteile Reinstedt, Meisdorf und Pansfelder herauskristallisiert. [...] Das schließe aber nicht aus, dass die Situation in andern Ortsteile ähnlich sei.<br />
Dies wird sich zeigen, wenn die Gebiete nach der Vertragsunterzeichnung untersucht werden. Im Mittelpunkt dabei stehen die Verfügbarkeit von Internetanschlüssen, der Bedarf an diesen und letztlich auch, welche technischen Möglichkeiten es gibt, das Projekt umzusetzen [...]<br />
Für das Projekt [...] sind 700kEuro im Haushalt der Stadt eingestellt.<br />
[...]<br />
Die flächendeckende Breitbandversorgung könne dann das Gefälle zwischen der ländlichen Region und den städtischen Räumen ausgleichen, denn die Breitbandversorgung wird immer mehr zu einem wichtigen Standortfaktor. Auch in [anderen Orten] hat sich deshalb eine Bürgerinitiative für eine schnellere Verbindung ins Netz etabliert.<br />
<em>Kürzungen von mir, sind aber nicht inhaltsentstellend, glaubt mir einfach <img src='http://www.martoks-place.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </em></p></blockquote>
<p>Was man wissen sollte: Falkenstein ist eine Einheitsgemeinde. Das sind also alles einzelne Dörfer, an die nach der Gebietsreform mal jemand das Schild &#8220;Stadt&#8221; angeklebt hat.</p>
<p>Was mich da dran jetzt stört? Verschiedenes. Das Projekt an sich ist sehr zu begrüßen. Kein schnelles Internet zu haben, ist hier in der Gegend völlig normal, damit kämpfen alle Orte hier. Ich könnte mir vorstellen, dass die Abwanderung junger Leute auch damit zu tun hat.</p>
<p>Dabei wird aber auch wieder die völlig unterschiedliche Definition von &#8220;schnelles Internet&#8221; deutlich, die mich auch in den Breitbandoffensivplänen der Bundesregierung schon gestört hat: während selbige bereits bei <em>irgend einem</em> DSL von Breitband spricht, werden wohl die meisten, die wirklich auch das Internet nutzen, alles unter wenigstens 2000kBit nicht grade als schnell bezeichnen. Das ist aber das, was ich hier z.B. nutzen darf.<br />
Andere Orte haben 768kBit-Pseudo-DSL, oder eben gar nix. Von daher: gut, dass sich was rührt!</p>
<p>Aber: ich finde es doch erstaunlich, dass man offenbar nicht mal weiß, wo denn schon was verfügbar ist. Warum zum Teufel muss man da die Gebiete &#8220;untersuchen&#8221;? Weil man diese &#8220;Untersuchung&#8221; extra abrechnen kann? Ich glaube eher, man wird hier versuchen, aus den alten Kabeln noch so viel wie möglich rauszuholen: wenn man über 1000kBit kommt, ist es ja Breitband, ohne dass man ausgaben hatte. Das nutzt den Anwohnern so gut wie gar nicht, da sie dann immer noch 10 Jahre hinter aktueller Technik liegen. Ich vermute, hier wird man sich massiv um das Upgraden der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/DSLAM">DSLAM</a>s drücken.<br />
In die gleiche Richtung &#8220;wir tun mal was fürs Karma, sparen aber das Projekt kaputt&#8221; geht ja dann auch der unmittelbar folgende Satz:<br />
<blockquote>Im Mittelpunkt dabei steht der Bedarf an Internetanschlüssen</p></blockquote>
<p> Wie oft denn noch? Da hat einer die Kausalität von Internetanschluss und Internetnutzung im 21.Jahrhundert nicht verstanden.<br />
Man legt keinen Anschluss, wenn man danach gefragt wird. Das ist <em><a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8548190.stm">Grundversorgung</a></em>. Wie Strom, Wasser, Gas. Die Nutzung ergibt sich dann von alleine.<br />
Nutzung folgt Verfügbarkeit.<br />
Abwanderung folgt Nicht-Verfügbarkeit.<br />
Ganz einfach.<br />
Oder?</p>
<p>Warum ich das mit der Einheitsgemeinde erwähnt habe? Och, 700kEuro, das reicht niemals. Nicht, wenn man aus anderen ähnlichen in anderen Städten Projekten weiß, dass die 20kEuro pro Straßenabschnitt veranschlagen. Von Überlandverbindungen redet da ja noch gar keiner.<br />
Man darf also auch hier mit einer Frickellösung rechnen.<br />
Oder so ganz tollen Konstruktionen wie Satelliten-Internet, mit 500-1500ms Ping. Da brauch jedes Paket länger, als mit Kabelgebundenen die ganze HTTP-Abfrage.<br />
Da ist fast UMTS noch sinnvoller, mangels Abdeckung wird aber auch das nix.</p>
<p>Das hat man halt davon, wenn man essentielle Telekommunikationsdienstleister auf Teufel komm raus privatisiert.<br />
Da kommt dann der Teufel bei raus.</p>
<p><span style="font-size:90%">(Ich warte übrigens grade seit 4 Tagen auf ein DHL-Paket. Das schafft laut Tracking jeden Tag eine Station&#8230;)</span></p>
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		<title>Nachgelesen 2009-10-13</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 16:32:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martok</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fremdblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Real Life]]></category>
		<category><![CDATA[Fefe]]></category>
		<category><![CDATA[MySQL]]></category>
		<category><![CDATA[Nachgelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo, Nach längerer Pause nun mal etwas was ich eigentlich schon lange mal vor hatte. Zu vielem was so per Twitter, RSS etc reinrieselt hat man ja doch eine Meinung&#8230; ich glaube, das könnte hier eine Plattform werden selbige kundzutun. Mal sehen wie lange ich das durchhalte. Sowas wie das WWWW wird da sicher nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,</p>
<p>Nach längerer Pause nun mal etwas was ich eigentlich schon lange mal vor hatte. Zu vielem was so per Twitter, RSS etc reinrieselt hat man ja doch eine Meinung&#8230; ich glaube, das könnte hier eine Plattform werden selbige kundzutun.<br />
Mal sehen wie lange ich das durchhalte. Sowas wie das WWWW wird da sicher nicht draus&#8230;</p>
<p><a href="http://twitter.com/wikileaks/status/4834616939">wikileaks</a> sagt, dass MySQL doch im Wettbewerb zu Oracle stand&#8230; Ich bin ja nun der Meinung dass man dafür keine internen Dokumente braucht. Oracles in den 10er und 11er-Versionen angefangenen Bestrebungen, Web-Basierte OLTP-Anwendungen zu bauen ist doch wohl direkter Angriff auf MySQL. Integration von Webserver&#038;DB kennt man doch? Richtig, XAMP. Und da ist MySQL drin.</p>
<p><a href="http://blog.fefe.de/?ts=b42a53a2">Fefe</a> hat auch was gefunden: </p>
<blockquote><p>Künftig ist Sarrazin nur noch für Informationstechnologie und Risiko-Controlling verantwortlich.</p></blockquote>
<p>Naja, ist doch klar: Risk-Controlling scheint bei Banken ja das zu sein, wo die abgeladen werden die nichts drauf haben. Anders lässt sich die Bankenkrise eigentlich nicht erklären. So gesehen, ist das schon eine tolle und Richtige Leistungseinschätzung.<br />
Was der dann in der IT verloren hat, ist mir aber auch nicht klar.</p>
]]></content:encoded>
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