Thank you for your cooperation…

Ich drĂŒcke mich ja gerne vor vielem. Unter anderem Bloggen… 😉

Bei einem aber geht das ganz schlecht: Zensus. Und da die bei uns fast alles was in einem Wohnheim lebt mit genau gezielten Clusterbombs „zufĂ€llig ausgewĂ€hlt“ wurde, kann man ja gleich mal was bloggenswertes draus machen und den schönen tollen Online-Prozess testen. Kurz vorneweg: das hab ich nur deswegen gemacht, weil ich nur den einfachen Bogen bekommen hab, der keine Daten enthĂ€lt die nicht auch bei der DENIC und in der EntwicklerEcke abfragbar und aggregierbar wĂ€ren. Sicher ist sicher.

ZunĂ€chst einmal begrĂŒĂŸt mich ein neuer privater Tab von Opera – you never know what’s coming next. Von dort aus also wie auf dem Formblatt aufgedruckt die Seite „zensus2011.de“ aufgerufen. Sauber strukturiert kann ich hier auswĂ€hlen was ich tun will – Ergebnisse einreichen wird sehr prominent genau in der Mitte prĂ€sentiert. Hier entscheide ich mich fĂŒr den violetten Bogen, denn obwohl die Farben auf dem Bildschirm doch sehr anders aussehen als das leichte Fliederlila des Papiers, ist das doch immer noch am passendsten.

Daraufhin wird mir nochmal erklĂ€rt, woran ich in meinem Browser sehe, dass ich SSL benutze. Lobenswert, aber mein Browser ist nicht dabei (ich erwĂ€hnte schon: dafĂŒr ist Opera dran). Whatever, ich weiß es ja.
Auf einer externen Domain (www.zensus2011-befragungen.de) werde ich dann von einem schmucklosen Loginfenster begrĂŒĂŸt, das mir die langen alphanumerischen Codes zur Authentifizierung abnimmt. Auf Anhieb ohne Vertipper, ich bin stolz auf mich.

Das folgende Formular ist exakt so aufgebaut wie das Papier, ist aber an die Verwendung von Informationstechnik angepasst: Auswahlfelder fĂŒr die NationalitĂ€t sind ComboBoxen statt 3-Letter-Feldern in die man dann die ISO-CCs selber eintragen darf, wie es auf dem Papier gelöst ist; Multiple-Choice-Fragen sind ordentlich als RadioGroup gelöst und Freitextfelder gibts eh nur fĂŒr den Namen. Oh, und Datumsangaben.

Jedenfalls, kann man schnell durchklicken, wenn man Fragen ĂŒberspringen darf wird das direkt kenntlich gemacht.

11 Fragen spĂ€ter habe ich zwar keine Million gewonnen, aber das Ding fertig und bin bereit, PrĂŒfen und Absenden zu drĂŒcken. Nochmal bekomme ich eine Zusammenfassung dessen was ich angeklickert habe und kann dieses dann bestĂ€tigen.

zensus
Und fertig.

Ich muss ja sagen: das geht ja glatt mal. Zumal ich auch nur die Fragen bekommen hab, die man durchaus ohne Datenschutzprobleme beantworten kann: nĂ€mlich nur die Stammdaten, die zwar gerne zur IdentitĂ€tsprĂŒfung genommen werden die aber sowieso jeder weiß. Da bin ich aber auch relativ gut weggekommen, das ist hier nicht der Regelfall. Eher die Ausnahme, zwei Interviews heute im Bekanntenkreis waren umfangreicher.

Und nun zur Technik… viel gibt es da nicht. Das System basiert auf IDEV, wurde aber offenbar verĂ€ndert/aktualisiert, denn das „normale“ IDEV lĂ€uft mit Opera gar nicht und erwartet stattdessen einen IE 5.5.
Das JavaScript, welches die PlausibilitĂ€tsprĂŒfung und die Fragen-Ausblendung macht ist vermutlich auch aus dieser Zeit: völlig konfus, sieht aber nicht nach einem Scrambler aus. Das hat jemand wirklich so programmiert. Es ist sehr erstaunlich, dass das Ganze funktioniert… und das tut es wie gesagt wirklich.

Immerhin: jetzt wissen SIE, dass ich damals auf’m BĂŒrgeramt auch schon nicht gelogen hab. Toll.